Der Tiefbaurechtspreis

Bisherige Preisträger

2017 Prof. Dr.-Ing. E.h. Dipl.-Kfm. Thomas Bauer
Prof. Dr. jur. Rolf Kniffka
2015 Prof. Horst Franke
Prof. Dr.-Ing. Martin Ziegler
2013 Georg-Friedger Drewsen
Prof. Dr. Rolf Katzenbach
2011 Prof. Dr. jur. Klaus Englert
Prof. Dr.-Ing. Hans-Georg Kempfert
2009 Prof. Dr.-Ing., Dr. Ing. h.c. mult. Victor Rizkallah
Dr. jur. Dieter Putzier
2008 Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h.
Dr.-Ing. h.c. Karlheinz Bauer
2007 Dr. jur Hans Ganten
Dipl.-Ing. Paul von Soos
2005 Prof. Dr. jur. Klaus D. Kapellmann
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Rudolf Floss
2004 Prof. Dr. jur. Klaus Vygen (Vors. Richter am OLG Düsseldorf)
2003 Prof. Dr. jur. Gerd Motzke (Vors. Richter am OLG München)
2002 Prof. Dr. jur. Götz von Craushaar (Universität Freiburg i. Br.)

Ein "bronzener Asparagus" für ausgezeichnete Tiefbaurechtler

Das CBTR hat sich unter anderem zur Aufgabe gesetzt, das Tiefbaurecht aus seinem unverdienten Schattendasein zu führen. Ein wichtiger Mosaikstein ist der Tiefbaurechtspreis, den das Centrum in Zukunft regelmäßig an herausragende und verdiente mit dem Baugrund- und Tiefbaurecht verbundene Juristen, Ingenieure und Betriebs­wissen­schaftler verleihen will.

Zu einem Preis, zu einer Auszeichnung, gehören drei wichtige Dinge: Ein würdiger Preisträger, eine fantasievoll dekorierte Urkunde, die für jedermann sichtbar die Ehre dokumentiert – und natürlich ein Preis, eine Figur, etwas Handfestes.

Eine wunderschöne Figur für einen Filmpreis wie den "Oscar" – das passt. Eine goldene Palme harmoniert mit der mediterranen Landschaft von Cannes. Nun gilt es aber hier, verdiente Tiefbaurechtler auszuzeichnen, und Sitz des CBTR ist eben nicht Cannes, sondern das bayerische Schrobenhausen.

Was also tun? Das CBTR bediente sich hier des urjuristischen Hilfsmittels der Analogie. Die Literatur sagt dazu: "Analogie ist die Übertragung der für einen oder mehrere bestimmte Tatbestände (...) vorgesehenen Regel auf einen anderen, aber (rechts-)ähnlichen Tatbestand" (Palandt-Heinrichs, 61. Aufl.). Also zunächst eine Analogie zum Sachbezug: Das Grundsymbol für die harte Arbeit am Bau ist nun einmal typisches, ursprüngliches Bauwerkzeug wie gerade die Schaufel. Schließlich die Analogie zum "Verleihungsort" und Sitz des CBTR: Schrobenhausen ist eine der großen deutschen Spargelmetropolen, die alljährlich von zahlreichen Gourmets und Spargelfans besucht wird. Der CBTR-Tiefbaurechtspreis war geboren: Die "Asparagusschaufel", geschaffen vom Bildhauer und Künstler Richard Gruber, Kunstpreisträger der Stadt Schrobenhausen (2002).

Der bronzene Griff einer Schaufel mit CBTR-Logo verjüngt sich zu einer Spargelstange aus Bronze. Der Preis verfügt über eine mehrfache Symbolik

Die Schaufel ist das Grundsymbol für jeglichen Tiefbau. Als noch keine schweren, hochtechnischen Maschinen zur Verfügung standen, mussten unsere Vorfahren für alles, was unter die Grasnarbe gebaut werden sollte, erst einmal viel Schweiß vergießen und per Hand tage- oder wochenlang schaufeln (oder wie sich der Baujurist sehr verharmlosend auszudrücken pflegt: "händisch ausschachten"). Mit der Schaufel durchtrennt der Bauarbeiter Erdschichten, mit ihr kommt er tiefer, aber er kann damit auch wieder Gräben (auch solche, die noch zwischen manchen Juristen und Technikern bestehen?) und Löcher verfüllen.

Der Griff der Schaufel ist funktional von größter Bedeutung – ohne Griff an einer Schaufel geht gar nichts. Dieser Griff stellt hier in seinem Auslauf eine Spargelstange dar. Spargel hat für die Stadt Schrobenhausen, dem Sitz des CBTR, eine sehr große Bedeutung. Spargelanbau ist aber zugleich auch eine Art von "Tiefbau": Das königliche Gemüse wächst ausschließlich unter der Erde. Es ist diffizil im Anbau und nicht ganz einfach zu behandeln, man könnte gar sagen: recht empfindlich. Ist es zu kalt, zu warm, zu nass oder zu trocken, lässt sich der Spargel bitten. Die Landwirte ernten ihn per Hand – der Versuch, "Vollernter" zu erfinden, hat die "Tiefbautechniker" bislang noch vor eine fast unlösbare Aufgabe gestellt. Und schließlich ein weiteres Symbol:

Spargel ist Natur. Die Schaufel steht für Technik.

Auch Tiefbau ist eine Symbiose von Natur und Technik. Bauprojekte und Bauverfahren – Stichwort Baugrundrisiko – sind existenziell davon abhängig, wie sich der Boden im Laufe von Jahrtausenden zusammengesetzt hat.